Deutscher stirbt an Bord einer Emirates-Maschine auf dem Flug von Bangkok nach Dubai [UPDATE-20JUN2010]
Updates:
20. Juni 2010 - Bericht von Michaela Wambach über den Zustand und Inhalt d. Notfallkoffers
20. Juni 2010 - Emirates Statement EK375/5JUN BKK-DXB
18. Juni 2010 - Kommentar von Michaela Wambach
18. Juni 2010 - Kommentar von Jannis Lux
18. Juni 2010 - Kommentar von Michaela Wambach
17. Juni 2010 - Blick-Artikel
16. Juni 2010 - Bericht eines weiteren Passagiers an Bord von EK 375
15. Juni 2010 - Bericht eines weiteren Passagiers an Bord von EK 375
15. Juni 2010 - Kommentar der Redaktion von traveLink
15. Juni 2010 - RTL aktuell Reportage
13. Juni 2010 - Kommentar von Jannis Lux
12. Juni 2010 - Detaillierter Bericht eines weiteren Passagiers an Bord von EK 375
09. Juni 2010 - Artikel der "Passauer Neue Presse"
08. Juni 2010 - Meldung news.yahoo.com
08. Juni 2010 - Meldung dnaindia.com
08. Juni 2010 - Meldung arabiansupplychain.com
07. Juni 2010 - Stephanie Hofmann, die Tochter des Verstorbenen meldet sich
06. Juni 2010 - Jannis Lux übermittelt Aufnahmen der Zwischenlandung in New Delhi
06. Juni 2010 - Meldung arabianbusiness.com
06. Juni 2010 - Jannis Lux berichtet als erster Passagier an Bord von EK 375
ndtv.com meldet:
A 66-year-old German national died onboard an Emirates plane after he fell sick on way to Dubai from Bangkok, prompting the pilot to declare medical emergency. "German national Hoffman, who boarded Emirates flight EK 375 from Bangkok to Dubai, developed some complication when the aircraft was flying over Indian airspace," DCP (IGI) O P Mishra said. He said the pilot declared medical emergency and asked the ATC to allow the aircraft to land. The plane landed at IGI airport around 12.50 pm and a doctor and an ambulance was rushed immediately, Mishra said, adding after the examination the doctor declared the passenger dead and his body was taken out of the plane. "His body has been preserved and German Embassy here has been informed about his death," Mishra said.
Quelle: http://www.ndtv.com/news/world/german-dies-onboard-bangkok-dubai-emirate...

Bild-Quelle: http://www.flickr.com/photos/octal/1230425956/
[All sizes of this photo are available for download under a Creative Commons license.]
[+++ UPDATE - 6. Juni - 20:00h - Fotos +++]
All images: copyright (c) Jannis Lux - Aufnahmen der Zwischenlandung in New Delhi














Frau aus Houston stirbt auf Emirates-Flug
A 70-year-old Houston grandmother suffered a heart attack on an Emirates airlines flight and later died, and now her family is suing the Dubai-based carrier saying the plane's crew did nothing to help her. Carol Wilson had just celebrated her birthday on a dream trip to see friends in the Philippines and was flying from Dubai home to Houston in April when she became ill, her family says. "Emirates airlines really let my mother die on that flight," Wilson's daughter, Tamala White, tells AOL Travel News. "It was horrible."
http://news.travel.aol.com/2011/03/03/fa...
Schlimm, tut mir echt leid für den Passagier. Man setze sich in die Lage der Familienmitglieder. Mein Beileid an dieser Stelle.
Emirates Statement EK375/5JUN BKK-DXB – attributable to an “EK spokesperson”
“Emirates' onboard medical support is amongst the most sophisticated in the world. Medical kits are stocked to ICAO standards and above. The kits onboard EK375 on 5th June were fully stocked and are subject to frequent checks.
Our cabin crew are trained in first aid and resuscitation. Should a passenger step forward identifying themselves as a doctor in an emergency situation, we are legally obliged to carry out a number of checks before accepting assistance.
All Emirates' aircraft have the capability to contact Medlink, our on-ground medical support operating 24/7, enabling cabin crew to be guided by highly experienced physicians.
Emirates is also one of the few airlines in the world to benefit from state of the art medical telemetry. Vital signs, real time video, electrocardiogram and blood glucose data can be sent via satellite to our on-ground medical support - enhancing the medical care available to passengers. All aircraft carry automatic external defibrillators.
If appropriate, Medlink will discuss the case with an onboard doctor and together with the Captain determine if a diversion is necessary. Not all airports are suitable for some of our aircraft types, so in some cases an immediate diversion is not always possible. If a diversion does takes place, the selected airport activates support on the ground as it sees fit.
The airline is confident that the situation aboard EK 375 was handled professionally and in line with strict internal guidelines, as well as international regulations.
Emirates again offers its sincere condolences to the deceased gentleman's family, with whom it has been in close personal contact since the flight.”
Quelle: http://www.airline-bewertungen.eu/airlinenews/airlinenews-2674.html
Da ich mich über längere zeit hinweg eingehend mit diesem Notfallkoffer befasste, möchte ich meine eigenen Eindrücke dazu abgeben. Tatsache ist: Es war ein großer Notfallkoffer vorhanden mit reichhaltiger Ausstattung - z. B. auch Dinge, die man primär darin nicht erwarten würde (z. B.Blasenkatheter in verschiedenen Größen). Der Sinn des Notfallkoffers besteht darin, dass man alle notwendigen Dinge sofort einsatzbereit vorfindet. Die Ampullen mit Medikamenten waren alle übersichtlich in Schaumstoff gebettet. Ob die Medikamente ausreichend waren - darüber lässt sich diskutieren. Eine Venenkanüle, die unerlässlich ist, um dem Patienten Medikamente spritzen zu können, wurde erst nach langem Suchen und nach Aufreißens verschiedener undurchsichtiger Plastikverpackungen gefunden. Überhaupt war das meiste Interieur systemlos in undurchsichtigen Plastiktüten verpackt. Ein Stauschlauch, der nötig ist, um bei einem Patienten am Arm eine Vene zu finden und zu punktieren, war primär nicht vorhanden. Kurz konnte ich mich freuen, da ich ein Blutdruckmessgerät fand, mit dessen Manschette ebenfalls stauen kann. Leider habe ich nach dem Auspacken bemerkt, dass der Apparat in mehrere Teile zerlegt war - d. h. nicht einsatzfähig. Man versuchte es dann mit einer Krawatte. Es konnte eine Halsvene punktiert werden. Zum Fixieren fand ich etwas später eine Pflasterrolle, die sich als völlig unbrauchbar erwies. weil sie eingetrocknet war. Ich gab die Rolle weiter an eine Stewardess, der es nach Minuten gelang, einen Streifen davon abzukratzten. (Von wegen O-ton Emirates : "The kits onboard are frequently checked"
Als der Patient mit einer Infusion versorgt war und reanimiert wurde, hatte ich ein wenig Zeit, mich näher mit dem Notfallkoffer zu befassen. Ich riss die meisten Tüten noch auf, um vielleicht noch nützliche Dinge zu finden. Klein zusammengerollt, mit Gummi umwickelt in einer Plastiktüte fand ich den Stauschlauch. Als ich in die verschiedenen Schaumstoffschlitze griff(man sah von außen nicht, ob oder was darin war) fand ich sog. Guedeltuben in verschiedenen Größen - natürlich auch in Platik verpackt. Diesen Tubus hätten wir eine halbe Std. vorher gut gebrauchen können - er verhindert nämlich das Verlegen der Luftröhre durch die Zunge. Da kann man ganz schön wütend werden. Als wir in Dehli landeten, waren die beiden Infusionen bereits leer geworden und ein wichtiges Medikament auch aufgebraucht. Wären wir länger in der Luft gewesen, hätte das Vorhandene nicht ausgereicht.
Meiner Meinung nach war dieser Notfallkoffer nie einsatzbereit und nicht kontrolliert - ob dies ein tragischer Zufall war und die anderen Notfallkoffer bei Emirates einsatzbereit sind, vermag ich nicht zu sagen. Wer für die regelmäßige Kontrolle der Koffer zuständig ist, weiß ich auch nicht.
Obwohl es schon mehrmals betont wurde: Die Crew hat sich professionell benommen. Dass man sich als Arzt legitimieren muss, um einen Mitpassagier zu behandeln, leuchtet ein. Wenn dieser Mitpassagier aber mit EKG-Nulllinie am Boden liegt und nicht mehr atmet, finde ich, sollte man die Regularien ändern und die Ärzte nicht davon abhalten zu helfen. In so einer Situation ist jeder, der sich mit Notfallmedizin auskennt wichtig. Ein Anästhesie oder Intensivpfleger wäre Gold wert.
Ein Punkt noch zu dem von Emirates angepriesenen externen Defibrillator: Diese Dinger sind Standard und in einem Flugzeug zu erwarten: Sie sind bei uns in Deutschland fast überall vorhanden - in Banken und öffentlichen Gebäuden vor allem. Sie sind einfach zu handhaben und so gebaut, dass Laien damit umgehen können. Der Defibrillator löst sich nur selbst aus, wenn der Patient Kammerflimmern hat - bei Nullinie löst er nicht aus. Aber man konnte so die Herzaktion während der Reanimation verfolgen.
Niemand kann wissen, ob Herr H. überleben hätte können. Es gibt immer wieder Situationen, wo es die Patieneten geschafft haben und niemand daran glaubte. Aber die Chance zu überleben wäre mit einem übersichtlichen Notfallkoffer besser gewesen. Es sind wertvolle Minuten mit Suchen verstrichen.
Erneut vielen Dank Frau Wambach!
Vielen Dank für Ihre ausführliche und detaillierte Schilderung über Inhalt und Zustand des Notfallkoffers.
Das team von travelink.de
Unbrauchbarer Notfallkoffer - Flugpassagier stirbt an Bord
16.06.10 - Blick-Artikel
NEU-DEHLI (IND) - Gerd Hofmann erleidet einen Herzinfarkt. Gott sei Dank, sind drei Ärzte sind an Bord. Leider konnte ihm trotzdem keiner das Leben retten.
«Am 5. Juni flogen wir von Bangkok zurück», sagt Werner Wambach (57) aus Altötting (Bayern) zu Blick.ch. Er sitzt in einer Maschine der Fluggesellschaft Emirates. An seiner Seite, seine Frau Michaela (42). Sie befinden sich auf dem Rückweg aus Bangkok.
Wambach sitzt nur ein paar Reihen hinter Gerd Hofmann (66). Plötzlich bricht der Familienvater zusammen: Herzinfarkt. Gott sei Dank! Gleich drei Ärzte sind an Bord, wie auch Werner Wambach. Der erfahrene Mediziner möchte sofort zur Hilfe eilen.
Doch es kommt alles anders. Das Flugpersonal hindert Wambach an seinem Vorhaben. Er solle sich zuerst als Arzt ausweisen.
Entscheidende lebensrettende Minuten vergehen, bis von der Bodenstation die Bestätigung kommt: Wambach dürfe nun helfen. Er setzt sofort zur Hilfe an, doch schon folgt das nächste Problem: Der Notfallkoffer ist völlig unbrauchbar. «Mit besserer Ausstattung hätten wir vielleicht eine Chance gehabt», sagt Wambach.
Der Pilot landet nach einer Stunde in Neu-Dehli. Dort soll Gerd Hofmann bessere Hilfe ermöglicht werden. Doch am Flugfeld wartet statt einem Krankenwagen nur ein Arzt.
Gerd Hofmann wird kurz nach der Landung für tot erklärt. Bis heute ist sein Leichnam noch in Indien. Eine Unterstützung bei der Rückführung hat Emirates der Familie Hofmann nicht angeboten. Und noch immer warten seine Angehörigen auf eine genaue Erklärung zu den Vorfällen im Flugzeug. «Von der Airline nur eine E-Mail, dass unsere Anfrage in den nächsten acht Wochen beantwortet wird», sagt Ute Hofmann zu RTL.
Vor ein paar Tagen hat Emirates neue Flugzeuge im Wert von 9,4 Milliarden Euro bestellt. Ein Bruchteil dieser Summe hätte Gerd Hofmann das Leben retten können. 2000 Euro, so viel kostet ein Notfallkoffer.
Quelle: http://www.blick.ch/news/ausland/flugpassagier-stirbt-an-herzinfarkt-149087
Mein Mann und ich waren ebenfalls Passagiere des Flugs EK 375 von Bangkok und Dubai. Wir sind auch der Meinung, dass der Bericht und die Aussagen des Arztes nicht mit den Tatsachen 100% übereinstimmen. Wir können uns nur den ausführlichen Beschreibungen von oben [unten - korrigiert durch Red.] anschließen und ein bisschen etwas ergänzen. Der dritte deutsche Arzt an Board, der auch einen Ärzteausweis bei sich hatte, war Gynäkologe und deswegen mit der Versorgung des Patienten ein wenig überfordert. Wie bereits schon berichtet war die erste Helferin eine Ärztin aus dem Raum Freiburg und nicht die besagte Person aus dem Fernsehen. In Dubai angekommen, hat sie uns uns kurz über den Ablauf informiert. Ihr klares Statement war auch, dass relativ schnell klar, dass man dem Patienten nicht mehr helfen konnte (unabhängig von der medizinschen Versorgung an Bord). Auch sagte sie uns, dass der Verstorbene alleine an Bord war.
Zuallererst auch von mir mein herzliches Beileid an die Familie von Herrn H.!
Auch ich war (zusammen mit meiner Familie) Passagier auf dem Flug EK375 von BKK nach DXB. Wir saßen Luftlinie 5m vom Ort der Ereignisse (Reihe 24/25 J/K).
Die Schilderung 12.06.2010 13:10h decken sich fast in allen Punkten mit dem, was ich mitbekommen habe. Kompliment für die ausführliche und detaillierte Wiedergabe.
Eine kleine Anmerkung: Meiner Erinnerung nach hat der Pilot den Tod von Herrn H. erst bekannt gegeben, nachdem wir schon einige Zeit in Delhi am Boden waren (also nachdem Herr H. bereits aus dem Fluzgeug gebracht worden war). Seinen Namen hat er unmittelbar vor/nach dem Start in Delhi genannt (ob seine 'Veröffentlichung' zu diesem Zeitpunkt rechtlich OK war, mögen andere beurteilen).
Ergänzen möchte ich noch, das meiner persönlichen Wahrnehmung nach die Purserin (?) durch ihre z.T. 'schrillen' Anweisungen nicht unbedingt zur Beruhigung der Situation beigetragen hat, was aber angesichts der besonderen Umstände nachvollziehbar sein mag.
Vielen Dank !
Danke für Ihre Schilderung, was an Bord von Flug EK 375 passierte. Dadurch ergibt sich ein weiterer "Mosaik-Stein" für eine objektive Sichtweise !
Das team von travelink.de
traveLink zu den Vorwürfen gegen Emirates
Die Meldung von RTL aktuell hat heute zu vermehrten Zugriffen auf diesen Blogeintrag geführt. Wir sind froh, dass nach nunmehr neun Tagen dieses Ereignis endlich auch von den überregionalen Medien wahrgenommen wird. Wir finden es sehr bedauerlich, wie bisher über den tragischen Tod eines deutschen Staatsbürgers im Ausland geschwiegen wurde...
Die Kommentare zu diesem Artikel sollen dazu beitragen, ein objektives Bild zu formen. Die in den Berichten wie auch in den Kommentaren - teilweise plakativ - geäusserten Meinungen sind hingegen stellenweise leider wieder recht subjektiv...
Wir von traveLink wollen mit diesem Beitrag auf keinen Fall der Fluggesellschaft Emirates schaden - vielmehr sind wir (subjektiv) - nach den Kommentaren der beiden Passagiere - der Meinung, dass Emirates dass Wichtige aber auch (rechtlich) Notwendige unternommen hat - im Gegensatz zur "plakativen Seite". Dies zu beurteilen steht aber weder uns, noch einer lokalen Tageszeitung und auch nicht einem überregionalem Fernsehsender zu...
Die Redaktion von travelink.de
PS: ob diese Aussage rechtliche Relevanz hat sei dahingestellt - wir halten es aber für notwendig...